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WM-Spezial: Andrea Schmutz (AUS)

Schmüddu PortraitAndrea Schmutz nimmt mit der australischen Nationalmannschaft ihre zweite Weltmeisterschaft als Trainerin in Angriff. Sie spricht über die unterschiedliche Ausgangslage Australiens im Vergleich zu den Grossnationen und über ihre Aufgaben als Assistenztrainerin. Unihockey Berner Oberland wünscht Schmüddu und ihrem Team ein erfolgreiches Turnier!




Schmüddu, bei wie vielen Weltmeisterschaften warst du schon als Trainerin dabei (ohne Neuenburg)?

Ich war bereits an der WM 2017 in Bratislava als Trainerin mit der australischen Nationalmannschaft unterwegs. Dazu kommen zwei Qualifikationsturniere in Neuseeland und Thailand.

Wie schätzt du das Potential eures Teams an dieser WM ein? Was für ein Ziel habt ihr euch gesetzt?

Unser Team macht aus, dass wir über einen hervorragenden Teamgeist verfügen und alle in der Vorbereitung am gleichen Strick gezogen haben. Wir sind uns nach der vergangenen WM gegenseitig etwas schuldig.
Ein offizielles Ziel gibt es noch nicht. Nach der Qualifikation wurden wir, trotz Qualisieg, als Landhockeyanerinnen bezeichnet. Wir sind motiviert, der Welt zu zeigen, dass man uns ruhig ernst nehmen darf. Eine Schlussrangierung als bestes nicht europäisches Team wäre da schon ein gutes Zeichen.

Was wird deine Aufgabe sein?

Meine Rolle ist die der Assistenztrainerin. In der Vorbereitung habe ich vor allem Ideen mit dem Headcoach ausgetauscht und einzelnen Spielerinnen ein Feedback gegeben. Vor der WM gehen wir für zwei Wochen nach Finnland in ein Trainingslager. Dort werde ich Trainings leiten, das Aufwärmprogramm mitgestalten, Teambuildingaktivitäten leiten, Einzelgespräche führen, das Goalietraining leiten und zusammen mit dem Headcoach an der optimalen Aufstellung feilen. Es sind eigentlich die gleichen Aufgaben wie im normalen Spielbetrieb einer Mannschaft. Einfach intensiver und zeitlich konzentrierter. An der WM fällt das Training weg. Dann kommen aber weitere administrative Aufgaben hinzu. Also Teamsitzungen leiten, bei Videoanalysen mithelfen, offizielle Meetings besuchen und vor allem das Coaching während dem Spiel. Wir haben uns so aufgeteilt, dass ich für die Wechsel der Linien zuständig bin und einzelne Spielerinnen taktisch coache. Alles in Allem erwarten mich sehr intensive 24 Tage.

Was denkst du bringt die WM dem Schweizer Unihockey?

Ich möchte hier nicht all zu pessimistisch klingen. Für mich gibt es aber diverse Fragezeichen.
Mein Herz schlägt sehr für die Underdogs, welche finanziell nicht sehr auf Rosen gebetet sind. Die Australierinnen bezahlen ALLES selber. Umso schlimmer ist es für sie, dass ein Austragungsort gewählt wird, welcher nicht über genügend Hotels verfügt und welcher eine Halle hat, welche zu wenig Kapazität hat, so dass die teilnehmenden Nationen den Eintritt für die Finalspiele selber bezahlen müssen. Dies zum allerersten Mal. Das ist für mich ein Zeichen von fehlendem Respekt gegenüber den kleinen Nationen. Ich denke, dass hier die Schweiz, also das Schweizer Unihockey, einen Reputationsschaden nehmen wird.
Ich denke, dass sich die lokalen Veranstalter sehr viel Mühe geben. Auch die WM Kampagne läuft ganz ok, auch wenn ich diese teilweise noch etwas professioneller erwartet hätte. Nach Prag 2018 wirkt dies teilweise etwas gar "handgestrickt".
Ich bin aber davon überzeugt, dass das Schweizer Damenunihockey nicht vom Austragungsort Neuenburg profitieren wird. Die Spielstätten sind schlicht und einfach zu weit weg von den Hochburgen. Da die Herren NLA nicht pausiert, werden auch hier weitere Zuschauer weg von der WM genommen.
Ich war bisher in Västerås, St. Gallen und Bratislava an einer WM und gehe davon aus, dass swiss unihockey im organisatorischen Bereich seinen hohen Standard weiterführen wird. Der Schweizer Damennationalmannschaft würde ich jeden Erfolg von Herzen gönnen. Ich bin überzeugt, dass die Spielerinnen alles für den Erfolg getan haben. Der Einsatz während der summer challenge ist sehr bewundernswert. Und trotzdem befürchte ich, dass es im sportlichen Bereich einen Dämpfer geben könnte, da ich den Slowakinnen sehr vieles zutraue und die Frage sein wird, ob es die Tschechinnen oder die Schweiz treffen wird. Und nach der WM wird mit dem Generationenwechsel so oder so ein neues Zeitalter eingeläutet.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich glaube nicht an einen nachhaltigen und positiven Effekt fürs Schweizer Damenunihockey. Ich würde mich aber von Herzen freuen, hätte ich am Schluss unrecht.

Schmüddu Neil

Gruppenspiele (Gruppe D)
Australien vs. USA: 7.12.19, 18.15 Uhr, La Riveraine
Australien vs. Thailand : 9.12.19, 10.30 Uhr, Patinoires du Littoral
Australien vs. Singapur: 10.12.19, 10.30 Uhr, Patinoires du Littoral
Mobi Belp Spiez
Sportpoint-BEO
Autohaus VonKaenel
Self Fitness
Kuenzi Knutti
Schneider Electric (Schweiz) AG
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